Weniger Kosten, mehr Flexibilität: der neue Weg der IT-Modernisierung

Die Modernisierung von Legacy-Systemen erfordert heute keinen einmaligen, risikoreichen Systemwechsel mehr: Eine schrittweise Transformation – Microservices, Composable ERP und FinOps-Denken – senkt die Kosten, während der Geschäftsbetrieb ungestört weiterläuft.
Die Modernisierung von IT-Systemen ist für jedes vernünftig geführte Unternehmen wichtig – aber nicht um jeden Preis. Die gute Nachricht: Ein Upgrade bedeutet heute nicht mehr zwingend einen einmaligen, groß angelegten Systemwechsel. Eine schrittweise Transformation ermöglicht es, die Kosten zu senken, während der Geschäftsbetrieb ungestört weiterläuft.
Die IT-Landschaft vieler Unternehmen beruht auf Legacy-Systemen, die seit Jahren oder sogar Jahrzehnten im Einsatz sind und deren Betrieb eine immer größere Last darstellt. Das Problem liegt nicht nur in Lizenzgebühren oder alternder Infrastruktur: In ständig geflickten Systemen erfordert jede neue Entwicklung immer mehr Zeit und Ressourcen. Diese versteckten Kosten bremsen die Anpassungsfähigkeit des Unternehmens erheblich und erhöhen die Betriebsausgaben.
Mikroentwicklungen statt Big Bang
Modernisierung ist also unverzichtbar – aber es kommt sehr darauf an, wie. Beim klassischen „Big Bang“-Ansatz wird das alte System in einem einzigen Schritt abgelöst. Das wirkt zunächst einfach, birgt in der Praxis aber erhebliche Risiken. Lange Entwicklungszeiten, Kostenüberschreitungen und Fehler beim Go-live können ernsthafte geschäftliche Probleme verursachen.
Die schrittweise Modernisierung dagegen erlaubt es, die Systeme Schritt für Schritt umzubauen. Eine der bekanntesten Methoden ist das Strangler-Fig-Muster: Neue Funktionen entstehen bereits in einer modernen Architektur, während das alte System nach und nach in den Hintergrund tritt. Beim sogenannten „incremental decoupling“ lassen sich große, monolithische Anwendungen in kleinere, eigenständige Komponenten zerlegen, sodass die Umstellung ohne geschäftliche Ausfallzeit gelingt.
Eine zentrale Rolle spielen dabei Microservice-Architekturen. Anders als frühere, voneinander abhängige Systeme lassen sich Microservices unabhängig entwickeln, testen und skalieren. Eine ähnliche Denkweise zeigt sich bei Composable-ERP-Systemen. Unternehmen müssen sich nicht mehr an eine einzige große Plattform binden. Stattdessen können sie aus verschiedenen Geschäftsfunktionen flexible Systeme bauen, die sich je nach aktuellem Bedarf weiterentwickeln oder austauschen lassen. Das verringert die Abhängigkeit von Anbietern und senkt die Kosten künftiger Entwicklungen.
Modernisierung betrifft jedoch nicht nur Anwendungen. Immer wichtiger wird das FinOps-Denken, das sich auf den bewussten Umgang mit den Kosten cloudbasierter Infrastrukturen konzentriert. Gutes Monitoring, automatisches Kapazitätsmanagement, optimierte Speicherebenen und die laufende Überprüfung von Cloud-Diensten können erhebliche Einsparungen bringen.
Auf den Spuren der Größten
Gute Beispiele liefern mehrere globale Technologieunternehmen. Mit dem Umbau seiner Architektur hat Netflix über viele Jahre schrittweise einen Microservice-basierten Betrieb aufgebaut, der mehr Flexibilität und schnellere Entwicklungszyklen ermöglicht. Ähnlich hat Amazon in vielen Geschäftsbereichen einen modularen Ansatz verfolgt, der einen effizienteren Ressourceneinsatz und kontinuierliche Innovation unterstützt.
Die vielleicht wichtigste Erkenntnis für Unternehmen: IT-Modernisierung muss keine mehrjährige, risikoreiche Investition mehr sein. Mit modernen Architekturen, schrittweisen Migrationsmodellen und FinOps-Denken lassen sich Systeme Schritt für Schritt umbauen, während der Geschäftsbetrieb ohne Unterbrechung weiterläuft.



