Der Schlüssel zur KI-Einführung ist nicht die Technologie, sondern die Entscheidung

Eine Erkenntnis aus der Podiumsdiskussion beim Deutsch-Ungarischen Wirtschaftstag: KI-Werkzeuge und Ideen sind längst vorhanden — über den Erfolg der Einführung entscheidet, wer die Richtung und die Einstiegspunkte festlegt und was die Organisation bewusst auf später verschiebt.
Der Schlüssel zur KI-Einführung ist heute nicht die Technologie, sondern die Entscheidung der Führung: Wer gibt die Richtung vor, mit welchen Einstiegspunkten startet die Organisation, und worauf verwendet sie derzeit bewusst keine Energie? Das war eine der klarsten Erkenntnisse der Podiumsdiskussion beim Deutsch-Ungarischen Wirtschaftstag, an der ich als Gründer und Inhaber von BlackBelt teilgenommen habe.
Warum ist die KI-Einführung heute eine Führungsaufgabe?
Weil die Werkzeuge und die Ideen vorhanden sind, der Fokus aber oft fehlt. Die meisten Organisationen haben Zugang zu KI-Werkzeugen, und an Ideen mangelt es auch nicht. Die eigentliche Frage ist, wer die Richtung vorgibt, wer die wichtigsten Einstiegspunkte auswählt und wer auch ausspricht, wofür sich der Aufwand jetzt nicht lohnt. Die KI-Einführung ist damit heute in erster Linie eine Führungsaufgabe und nicht bloß ein IT-Projekt.
Was unterscheidet KI von früheren IT-Investitionen?
Am Anfang des Weges gibt es oft weder eine fertige Roadmap noch eine verlässliche Wirtschaftlichkeitsrechnung. KI lässt sich deshalb nicht immer mit der Logik früherer IT-Investitionen betrachten: Die Entscheidung muss getroffen werden, solange das genaue Ergebnis noch nicht absehbar ist.
Was bringt ein AI Champion ein?
Der AI Champion ist die Person in der Organisation, die aus Experimenten eine funktionierende Lösung macht. Er übernimmt drei Aufgaben:
- Die echten Probleme aufdecken: Er geht nicht vom Werkzeug aus, sondern davon, wo die Arbeit heute stockt.
- Dem Experimentieren einen Fokus geben: Er wählt aus, womit man sich jetzt befassen sollte und womit nicht.
- Erfahrung in eine funktionierende Lösung überführen: Erfolgreiche Versuche werden Teil des Alltagsbetriebs.
Wie fängt man am besten an?
Schritt für Schritt und ohne Panikmache. Statt mit einem großen, allumfassenden Programm zu beginnen, sucht man zuerst, wo KI Wert schaffen kann — unabhängig von Branche, Aufgabe und Rolle.
Wo bringt KI schon heute Ergebnisse?
Auf dem Podium habe ich konkrete Beispiele aus BlackBelt-Projekten aus mehreren Branchen vorgestellt. Gemeinsam ist ihnen, dass keines von der Technologie ausging, sondern von einer klar umrissenen Aufgabe:
- Logistik: die für den MLSZKSZ entwickelte Anwendung.
- Pharmaindustrie: das Konzept des Dokumentenverarbeitungssystems von Richter.
- Handel: Lösungen zur Vertriebsunterstützung, mit denen wir eine erhebliche Kostenoptimierung erreicht haben.
- Einkauf: Die KI-Agenten von VendorFlow, unserer eigenen Lösung, ermöglichen bei der Lieferantenauswahl 70 % Arbeitszeitersparnis.
- Lagerhaltung: Die Smart-Glasses-Lösung von RackInspect macht Lagerprüfungen in Echtzeit möglich und einfacher.
Was ist der nächste Schritt?
Die Technologie ist bereit — für den nächsten Schritt braucht es Entscheidungsmut. Die Frage, mit der ich die Diskussion beendet habe, richtet sich an jede Führungskraft: In welchem Bereich Ihrer Organisation könnte eine gut fokussierte KI-Entwicklung am meisten bewirken?
Häufige Fragen
Die KI-Einführung kurz gefasst, in drei Fragen.
Braucht man für den Start einer KI-Entwicklung eine fertige Roadmap?
Nein. Bei KI gibt es am Anfang des Weges oft weder eine fertige Roadmap noch eine verlässliche Wirtschaftlichkeitsrechnung. Am besten beginnt man Schritt für Schritt, mit einem gut gewählten Einstiegspunkt.
Wer ist in einer Organisation für die KI-Einführung verantwortlich?
In erster Linie die Führung: Sie legt die Richtung und die Einstiegspunkte fest. Bei der Umsetzung hilft ein AI Champion innerhalb der Organisation sehr.
Funktioniert KI nur in bestimmten Branchen?
Nein. Die Beispiele von BlackBelt reichen von der Logistik über die Pharmaindustrie bis zum Handel: KI schafft dort Wert, wo sie eine konkrete Aufgabe löst.
Der Artikel basiert auf einem LinkedIn-Beitrag von András Wolf.



